17.12.2020

„Wie steht´s um die Fördergelder des Digitalpaktes Schule?“

„Wie steht´s um die Fördergelder des Digitalpaktes Schule?“
Dr. Christopher Haep, Leiter der Abteilung Schule und Hochschule:
„Ziel des sogenannten Digitalpakts des Bundes ist es, wichtige Grundlagen für die digitale Bildung in Deutschland und für eine gute digitale Infrastruktur in den Schulen zu schaffen – und Investitionshilfen als Anschub zu leisten. Und das gilt ausdrücklich nicht nur für staatliche, sondern eben auch für staatlich-anerkannte Schulen. Während der Bund die finanziellen Mittel bereitstellt, sind die Länder für die konkrete Umsetzung des Digitalpakts Schule zuständig. Um Fördergelder zu erhalten, müssen wir als freier Schulträger Anträge stellen und medienpädagogische Konzepte sowie Konzepte zur Sicherstellung von Betrieb, Support und Wartung digitaler Geräte erarbeiten.

Das bislang größte und „finanzstärkste“ Förderprogramm ist der sogenannte Digitalpakt I, der vor allem für die Infrastruktur der Schulen, für Netzwerkanbindungen und -ausbau sowie digitale Tafeln vorgesehen ist. Die öffentliche Fördersumme für die katholischen Schulen in Hamburg liegt bei mehr als vier Millionen Euro. Diese Summe wird in mehreren Tranchen beantragt, der erste Antrag ist von uns als Schulträger bereits auf den Weg gebracht worden. An den katholischen Schulen wollen wir mit diesen Fördergeldern vor allem den flächendeckenden Netzausbau weiter voranbringen, die Netzleistung beständig erhöhen sowie die weitere Ausstattung der Klassen mit digitalen Tafeln vorsehen.

Der sogenannte Digitalpakt II (Zusatz-Vereinbarung Sofortausstattungsprogramm) betrifft die so dringend notwendige Bereitstellung von Endgeräten für Schülerinnen und Schüler, um allen die Möglichkeit einer Teilnahme am Fernunterricht zu ermöglichen – unabhängig von der privaten Ausstattung. Hier stehen dem Katholischen Schulsystem in Hamburg rund 385.000 Euro zur Verfügung – mit weiteren Eigenmitteln des Schulträgers sogar über 430.000 Euro, die bereits beantragt und genehmigt wurden. Das Ergebnis: 1.000 digitale Endgeräte sind den katholischen Schulen in diesen Tagen zur Verfügung gestellt worden, um neue Möglichkeiten im Fernunterricht anbieten zu können. Denn keiner soll in Zeiten des Fernunterrichtes wegen nicht zur Verfügung stehender bzw. mangelhafter Endgeräte außen vor bleiben. Wenn es in Ihrer Familie Bedarf gibt, sprechen Sie bitte die Klassenlehrkräfte direkt an. Denn dafür sind diese Geräte gedacht.

Der sogenannte Digitalpakt III (Zusatz-Vereinbarung Administration) ist derzeit noch Zukunftsmusik. Mit diesem Hilfspaket soll vor allem die IT-Administration an den Schulstandorten gestärkt werden. Denn was nützen letztlich viele Endgeräte, wenn Profis zur Unterstützung fehlen? Eine Beantragung der in Aussicht gestellten Fördersumme dieses Paktes in Höhe von geschätzt mehr als 300.000 Euro ist derzeit noch nicht möglich. Wir warten noch auf die entsprechende staatliche Umsetzungsrichtlinie. Nichtsdestotrotz ist das Erzbistum Hamburg als Schulträger schon vor Bereitstellung der Fördergelder aktiv geworden: Es stellt den katholischen Schulen schon jetzt die Unterstützung der eigenen IT-Abteilung sowie einen eigenen Referenten für Bildung in der digitalen Welt in der Abteilung Schule und Hochschule zur Verfügung. Außerdem werden wir durch einen externen Dienstleister unterstützt. Mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind tagtäglich an den Schulen und für die Schulen aktiv, um Aufbau und Installationen, Wartungen und Schulungen vorzunehmen. Mit den öffentlichen Fördergeldern soll es hier einen weiteren Schub geben.

Und der sogenannte Digitalpakt IV (Zusatz-Vereinbarung Lehrkräfte-Laptops) nimmt vor allem die Ausstattung der Lehrkräfte mit Endgeräten in den Blick. Auch hier soll eine öffentliche Fördersumme für das katholische Schulsystem in Höhe von voraussichtlich etwa 300.000 EUR zur Verfügung gestellt werden. Doch auch hier ist eine Beantragung derzeit noch nicht möglich – obwohl die Zeit des Fernunterrichtes bereits läuft und die Endgeräte dringend gebraucht werden. Als Schulträger haben wir bereits Vorarbeit geleistet und in den vergangenen Wochen alle Schulleitungen und Stellvertretungen mit neuen Laptops ausgerüstet, allen Lehrkräften einen Microsoft Teams-Zugang und eine entsprechende Dienstmailadresse zur Verfügung gestellt, um digitales Arbeiten zu erleichtern. Darüber hinaus bieten wir regelmäßige iServ- und MS Teams-Schulungen und Panel-Fortbildungen an und klären Fragen der Lehrkräfte zum Einsatz von Lern- und Kommunikationsplattformen bei Webinaren.

Überhaupt ist es das Entscheidende, dass wir im Bereich der Fort- und Weiterbildungen der Lehrkräfte weiterkommen. Darin investieren wir als Schulträger erhebliche Ressourcen.“

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