25.10.2021

Warum sollten sich Eltern für eine katholische Schule entscheiden?

Warum sollten sich Eltern für eine katholische Schule entscheiden?

Dr. Christopher Haep, Leiter der Abteilung Schule und Hochschule, trägt Verantwortung für die katholischen Schulen im Erzbistum Hamburg. Gemeinsam mit seinem Team führt er den größten privaten Schulträger der Hansestadt – mit rund 850 Mitarbeiter_innen sowie mehr als 7.000 Schüler_innen. Im Interview beantwortet er die wichtigsten Eltern-Fragen bei der Wahl einer katholischen Schule.

Warum sollten sich Eltern heute für eine katholische Schule entscheiden?

Dr. Christopher Haep: Wenn Eltern für ihr Kind eine exzellente Bildung und Erziehung suchen mit einer Wertevermittlung auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes – dann sollten sie sich für eine katholische Schule entscjeiden. Was uns prägt ist, dass wir der persönlichen Begegnung zwischen Pädagog_innen und Kindern und Jugendlichen besondere Aufmerksamkeit widmen. Denn die Persönlichkeitsbildung von Heranwachsenden kann ohne das Du als Gegenüber, ohne Dialog und zwischenmenschliche Interaktion nicht gelingen. Und Wertevermittlung erst recht nicht. Wertevermittlung braucht Pädagog_innen, die den zu vermittelnden Werten in ihrer Haltung Ausdruck geben: dem Respekt und der Wertschätzung des Anderen, der Zuwendung zum Nächsten, der Nächstenliebe, dem friedvollen Dialog mit anderen Menschen. Natürlich sind auch die katholischen Schulen keine Inseln der Glückseligen. Aber an unseren Schulen herrscht das ganz klare und reflektierte Bewusstsein, dass all dies nötig ist. Hier sind Pädagoginnen und Pädagogen, die sich mit ihrer Haltung aus dem Geist des Evangeliums auseinandersetzen. Die den Schulalltag aus diesem Geist heraus gestalten. Die ihren Umgang mit den Schülerinnen und Schülern durch diesen Geist inspirieren lassen.

Muss man katholisch sein, um eine katholische Schule zu besuchen?

Dr. Christopher Haep: Nein, das muss man nicht zwingend. Etwa 60% der Schülerinnen und Schüler sind derzeit katholisch, etwa 20% evangelisch, die übrigen gehören dem orthodoxen Christentum, dem Judentum, dem Islam oder einer anderen oder auch keiner Religion an. Kurz & knapp: Jede und jeder ist willkommen, der sich mit unserem Profil identifiziert. Wir stehen für Multikulturalität und auch für Multireligiosität.

Gehören Religionsunterricht und Gebet ganz selbstverständlich dazu – auch wenn ich einer anderen Konfession oder keiner Konfession angehöre?

Dr. Christopher Haep: Religiöse Bildung betrachten wir als wesentlichen Bestandteil der Persönlichkeitsbildung. Wertevermittlung auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes ist für uns essentiell. Deshalb ist der Religionsunterricht, in dem die Frage nach Gott wachgehalten wird, man sich mit den existentiellen Fragen nach Gott und Welt auseinandersetzt und über die ethischen Fragen des menschlichen Zusammenlebens und des Umgangs mit der Schöpfung nachdenkt, unverzichtbar und bei uns bis zum Schulabschluss verpflichtend. Der Schulalltag ist geprägt durch das Schulgebet, durch Schulgottesdienste, Besinnungstage, die religiösen Festtage. Aber gerade weil wir für Bildung und Erziehung aus dem Geist des Evangeliums stehen, haben wir absoluten Respekt und Wertschätzung für andere Konfessionen und Religionen unserer Schülerinnen und Schüler – und auch für diejenigen, die sich begründet gegen eine Religionszugehörigkeit entscheiden. Es geht uns um den friedvollen Dialog, der unsere Gesellschaft gestalten und gerade auch im Religionsunterricht eingeübt werden soll.

Können sich auch Familien mit geringerem Einkommen eine katholische Schule für ihr Kind leisten?

Dr. Christopher Haep: Wir setzen tatsächlich alles daran, für alle, die unser Angebot in Anspruch nehmen wollen, offen zu sein, egal wie der kulturelle, sozioökonomische oder sprachliche Hintergrund einer Familie ist. Das ist auch der Grund dafür, weshalb unser Schulgeld sozial stark gestaffelt und im Durchschnitt das niedrigste im Vergleich mit den anderen Privatschulen in Hamburg ist. Auch Familien mit unterem und niedrigstem Haushalteinkommen können auf diese Weise unsere Schulen besuchen. Und es sind nicht wenige. Wir lehnen es ab, exklusive Lernorte für Bessergestellte zu sein. Wir stehen für Vielfalt und Offenheit.

Kann man von einer staatlichen Schule auf eine katholische Privatschule wechseln?
Sind alle Abschüsse staatlich anerkannt?

Dr. Christopher Haep: Ja, alle unsere Abschlüsse sind staatlich anerkannt, egal ob am Ende der Stadtteilschule oder des Gymnasiums. Und: Wechsel sind ganz normal aus dem staatlichen Schulwesen zu uns oder umgekehrt möglich. Da gibt es keine Einschränkungen.

Wie ist das katholische Schulwesen in Hamburg aufgestellt?

Dr. Christopher Haep: Das Erzbistum Hamburg ist der größte freie Schulträger in der Stadt. Mit unseren zukünftig 15 Schulstandorten, rund 7.000 Schülerinnen und Schülern und 850 Schulbeschäftigten betreiben wir sowohl Grund- und Stadtteilschulen wie auch Gymnasien und sind praktisch in allen Stadtgebieten – von Harburg und Wilhelmsburg über Hamburg Mitte bis Hamburg Nord, Billstedt und Bergedorf – vertreten. Uns ist wichtig, regional und nach Schulformen breit aufgestellt zu sein. Unser Ziel ist es, dass möglichst viele Menschen unser Angebot in Anspruch nehmen und uns erreichen können.

 

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