26.03.2018

Harburg: Kreuzweg mit 700 Schülern

Für die vielen Glücksknoten der Vorschüler geht Schulleiter Michael Stüper gern in die Hocke. „Wir haben genug Zeit für alle“, erklärt der engagierte Pädagoge, während er im eiskalten Stadtpark dabei hilft, Knoten in zuvor ausgeteilte „Lebensfäden“ zu binden. Denn die Aufforderung an der ersten Kreuzwegstation im Harburger Stadtpark, besonders schöne Erlebnisse mit einem solchen Zeichen in einer Paketschnur zu markieren, trifft auf reges Interesse der Jungen und Mädchen.

Harburg: Kreuzweg mit 700 Schülern - Foto 1

Foto 1: Schulleiter Michael Stüper hilft den Vorschülern Angela, Daliah und Daniel (v.l.) beim Knotenmachen

„Glück ist, wenn man etwas verliert und es dann wiederfindet“, erklärt Fünftklässler Bruno unaufgefordert und ganz praktisch – und erntet prompt das Nicken seiner Freunde. „Und wenn Mama oder Papa Euch morgens wecken und einen Kuss auf die Wange geben, ist das nicht auch Glück?“, fragt Stüper nach. „Jaaaaa!“, antworten die Vorschüler vom Reeseberg einstimmig – und sind direkt mit dem eigentlichen Thema des erstmalig organisierten Kreuzweges der Katholischen Schule Harburg konfrontiert.

Harburg: Kreuzweg mit 700 Schülern - Foto 2

Foto 2: Schulleiter Michael Stüper hilft den Vorschülern beim Knotenmachen

„Wir wollen unseren Schülern mit verschiedenen Impulsstationen die Möglichkeit eröffnen, die Leidensgeschichte von Jesus emotional nachzuempfinden“, erklärt Kati Hoppmann, stellvertretende Schulleiterin und Mit-Organisatorin des Projekttages. „Zwischen der Freude des Palmsonntags, dem Leid des Karfreitags und der österlichen Auferstehung liegen nur wenige Tage – und doch so unterschiedliche Situationen und Emotionen“, verdeutlicht Hoppmann. An drei Stationen im Harburger Stadtpark thematisiert das Kollegium daher das Glück, das Leid und die Auferstehung. Altersgerechte Fragen regen zum Nachdenken über das eigene Leben an.

Harburg: Kreuzweg mit 700 Schülern - Foto 3

Foto 3: Klassenlehrerin Annegret Berlage mit Erstklässlern und ihren Lebensfäden

Neben den Knoten und Perlen für die besonderen Glücksmomente im eigenen Leben erhalten die Schüler auch ein Stück Stacheldraht, um besonders einschneidende, traurige Situationen zu bedenken. „Auch diese Momente machen unser Leben aus und gehören in unseren Lebensfaden“, so Hoppmann. An der dritten Station geht es um die eigene Gottesbegegnung, die Bedeutung der Zehn Gebote und die weitere Ausrichtung des Lebens. Am Ende des Weges um die Außenmühle erhalten die Kinder und Jugendlichen schließlich zwei kleine Äste, die mit dem persönlichen Lebensfaden zu einem Kreuz verbunden werden können.

„Die persönlichen Kreuze sollen uns alle auch in den kommenden Tagen zum Gespräch anregen und zur Überlegung führen: Wo hätte Jesus in meinem Lebensfaden eigentlich einen Knoten oder eine Schlaufe gemacht und wo hätte er eine Perle hineingebunden?“, erzählt Kati Hoppmann. Doch schon während des Marsches um die Außenmühle wird deutlich, wie sehr sich die 700 Kinder und Jugendlichen von den religiösen Impulsen ansprechen und ihren kleinen und großen Gedanken freien Lauf lassen. Und das spricht nicht nur für einen gelungene Einstieg in die Karwoche, sondern auch für eine Fortsetzung des Kreuzweges im kommenden Jahr.

 

Fotos zur freien Verwendung:

  • Foto 1: Schulleiter Michael Stüper hilft den Vorschülern Angela, Daliah und Daniel (v.l.) beim Knotenmachen (Foto: C. Schommer).
  • Foto 2: Schulleiter Michael Stüper hilft den Vorschülern beim Knotenmachen (Foto: C. Schommer).
  • Foto 3: Klassenlehrerin Annegret Berlage mit Erstklässlern und ihren Lebensfäden (Foto: C. Schommer)
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