28.01.2020

„Geht doch mit uns ein Jahr ins Ausland!“

„Geht doch mit uns ein Jahr ins Ausland!“

Spannende Berufseinblicke für Siebt- bis Zehntklässler an der Katholischen Schule Harburg

Augenoptiker, Landschaftsgärtner, Gebäudereiniger – oder doch Elektroniker? Die Auswahl bei den Ausbildungsberufen in Deutschland ist enorm. Etwa 350 verschiedene Ausbildungswege gibt es hierzulande. Doch die Bewerberlage hat sich dramatisch verändert. Jeder zehnte angebotene Ausbildungsplatz konnte im vergangenen Jahr nicht mehr besetzt werden.

Zugleich ist die Palette an Ausbildungsberufen riesig. Grund genug für Lehrerin Gabriele Heise, die Schülerinnen und Schüler der Katholischen Schule Harburg bereits frühzeitig mit den Möglichkeiten des späteren Berufslebens vertraut zu machen – und die jungen Menschen mit Ausbildungsbetrieben im Harburger Umfeld zusammenzubringen.

„Mit unserer Berufsmesse ermöglichen wir Einblicke in verschiedene Berufszweige. Schon unsere Siebtklässler können so einfach mal reinschnuppern und sich informieren – und im neunten Jahrgang sehen sie dann schon etwas klarer“, erzählt Heise, die die Berufsmesse bereits zum dritten Mal auf die Beine gestellt hat.

„Geht doch mit uns ein Jahr ins Ausland!“

Und die Betriebe nahmen die Einladung der engagierten Pädagogin dankend an. In zehn Klassenräumen informierten Maler und Elektroniker, Gebäudereiniger, Landschaftsgärtner, Augenoptiker, Einzelhandelskaufleute sowie Angestellte aus dem Hotel- und Gastgewerbe und der Holzindustrie über ihren abwechslungsreichen Alltag, über Anforderungen und Weiterbildungsmöglichkeiten. Und die gibt es zuhauf, wie Fielmann-Augenoptikermeister Johannes Schenck seinen jungen Zuhörern verdeutlichte.

„Als Optiker habt ihr einen Beruf, der wirklich viele Möglichkeiten bietet. Ihr seid alles in einem: Augenexperten, Kaufleute, Techniker und sogar Stil- und Modeberater“, erklärte Schenck den Siebt- bis Zehntklässlern. „Ihr könnt mit uns sogar studieren, egal ob ihr den ersten, den zweiten Schulabschluss oder Abitur macht. Oder geht doch mal ein Jahr ins Ausland“, zeigt der Experte verschiedene Wege auf. Die Größe des Arbeitgebers biete zahlreiche Möglichkeiten. In den mehr als 600 Niederlassungen in Deutschland bildet Fielmann nach eigenen Angaben inzwischen rund 40 Prozent aller Auzubis im Optikgewerbe aus.

Eine Tür weiter faltet Joana Geppart vom Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA mit Neuntklässlerinnen Servietten in Bischofsmützenform. Die gelernte Hotelfachfrau ist bis heute von ihrer Berufsentscheidung überzeugt. „Ihr habt den großen Vorteil, dass ihr überall dort arbeiten könnt, wo andere Urlaub machen“, scherzt Geppart. Und meint es trotzdem ernst. Die große Flexibilität im Hotel- und Gaststättengewerbe sei für junge Menschen, die keinem streng getakteten 5-Jahres-Plan hinterherlaufen, ideal. „Und man hat ganz viele Aufstiegschancen“, schiebt die Ausbildungs-Motivatorin hinterher. Wohlwissend, dass die Arbeitszeit auch an Wochenenden und Feiertagen viele junge Menschen davon abhält, einen Job im Hotel- und Gastgewerbe anzunehmen.

Für die Schülerinnen am Servietten-Tisch scheinen diese Bedenken kein Grund für eine Ablehnung des Berufes zu sein. Interessiert hören sie den Erfahrungen weiterer Auszubildender in den Tischgruppen zu, untersuchen Küchengeräte, riechen an verschiedenen Gewürzen und schnuppern so ganz ungezwungen an fremden Berufswelten, die alle Türen für sie offenhalten.

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