12.12.2017

Erzbischof Heße: „Wirtschaftliche Gesundung kann gelingen“

Erzbischof Heße: „Wirtschaftliche Gesundung kann gelingen“Nach Einschätzung der Unternehmensberatung Ernst & Young sind im Erzbistum Hamburg deutliche Veränderungen und Reformen notwendig. Die wirtschaftliche Situation sei schlechter als bisher angenommen, Entscheidungen sollten nun schneller getroffen und geplant werden. Das sind die Ergebnisse einer dreimonatigen Tiefenprüfung durch die Unternehmensberatung, die jetzt den Gremien des Erzbistums vorgestellt wurden.

Die Überschuldung des Erzbistums in Höhe von derzeit knapp 80 Millionen Euro werde, so die Untersuchung, auf rund 350 Millionen Euro im Jahr 2021 steigen, wenn keine einschneidenden Maßnahmen ergriffen werden. Überschuldung bedeutet, dass das Vermögen des Erzbistums nicht ausreicht, um die langfristigen Verpflichtungen zu finanzieren. Hauptgründe dafür sind ein Instandhaltungsstau bei vielen der rund 1.000 Kirchen und Gebäuden und hohe Pensionsverpflichtungen im Bereich der katholischen Schulen, die durch die anhaltende Niedrigzinsphase weiter ansteigen.

Erzbischof Stefan Heße zeigte sich zuversichtlich, dass die wirtschaftliche Gesundung des Erzbistums gelingen könne. „Wir werden Kirche in Zukunft anders denken müssen“, so Heße. Generalvikar Ansgar Thim hob hervor, man werde nun mit Nachdruck an Entscheidungen arbeiten.

Das Erzbistum Hamburg hat im November 2016 einen inhaltlichen und wirtschaftlichen Erneuerungsprozess begonnen. Neben einem wirtschaftlichen Orientierungsrahmen wird parallel an einem pastoralen Orientierungsrahmen gearbeitet, der die Schwerpunkte der künftigen kirchlichen Arbeit benennen soll.

„Die Sanierungs- und Investitionsbedarfe sowie Pensionsverpflichtungen im Bereich der katholischen Schulen sind schwer wiegende Erblasten aus der Vergangenheit, die einen Teil der wirtschaftlichen Schieflage begründen. Nun gilt es, eine echte wirtschaftliche Wende einzuleiten und die inhaltliche Profilierung verstärkt fortzusetzen“, erklärt Dr. Christopher Haep, Leiter der Abteilung Schule und Hochschule. „Es gibt bislang keine Entscheidungen über Standorte sowie deren Weiterentwicklung, Zusammenlegung oder Abwicklung. Diese Überlegungen werden Gegenstand eines Beratungsprozesses in den nun folgenden Wochen und Monaten sein. In intensiven Gesprächen mit den Schulleitungen und schulischen Gremien werden wir unterschiedliche Szenarien diskutieren, um bestmögliche Lösungen zu finden. Ziel ist es, das Katholische Schulsystem in Hamburg zu reformieren und somit profiliert, wirtschaftlich solide und zukunftsfähig aufzustellen“, so Haep.

Weitere Informationen über die Ergebnisse der Arbeit von Ernst & Young stehen im Internet unter www.erzbistum-hamburg.de bereit.

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