Erneuerungsprozess

Erneuerungsprozess im Erzbistum Hamburg

Das Erzbistum Hamburg ist seit Anfang 2017 in einer intensiven Analysephase. Eigene Finanz- und Baufachleute, externe Unternehmensberater und Architekten sowie eine Prüfgesellschaft, die sich auf Bestandsimmobiliensanierung und -entwicklung spezialisiert hat, haben eine elementar wichtige Grundlage geschaffen, auf der Bewertungen hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit, der Systemrelevanz und der notwendigen Sanierungs- und Bauinvestitionen überhaupt erst möglich wurden. Im September 2017 hat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young dann diese Grundlagen nochmals gegengeprüft, erweitert und zu einem Wirtschaftlichen Orientierungsrahmen zusammengefasst. Die beschlossenen Notmaßnahmen hat das Erzbistums Hamburg keinesfalls leichtfertig, sondern auf der Grundlage dieser äußerst differenzierten internen und externen Analysen getroffen.

Das Erzbistum Hamburg kommt nicht umher, die derzeitige bilanzielle Überschuldung in Höhe von 79 Mio. Euro, die bis zum Jahr 2021 auf 353 Millionen Euro anwachsen könnte, schnellstmöglich konkret anzugehen. Nur so sichert sich das Erzbistum Hamburg zukünftig überhaupt noch Handlungsmöglichkeiten. Das Erzbistum hat daher grundlegende Veränderungen vorgenommen, damit sich Versäumnisse der Vergangenheit nicht wiederholen können. So hat das Erzbistum den Katholischen Schulverband Hamburg zum 1. Januar 2017 aufgelöst und die Trägerschaft der katholischen Schulen – und damit sämtliche Altlasten und Verpflichtungen – übernommen. Das Erzbistum hat seine Verwaltung neu aufgestellt und strukturiert und neue Aufsichts- und Controlling-Ebenen eingeführt. Das Erzbistum hat zudem ein klares Konzept für die Zukunft eines katholischen Schulsystems in Hamburg entwickelt und der Öffentlichkeit am 19. Januar 2018 vorgestellt. 13 Schulstandorte sollen in den kommenden Jahren zu einem in sich wirtschaftlich tragfähigen Schulsystem weiterentwickelt und mit Investitionen in Höhe von 65 Millionen Euro unterstützt werden. Zudem wurde ein Moratorium für drei Schulstandorte (Katholische Schule Neugraben, Katholische Schule Harburg, Katholische Sophienschule) verhängt. Das Erzbistum wird alles dafür tun, um mit der Stadt und mit Privatinvestoren einen Weg zur Weiterentwicklung dieser Schulen zu finden. Darauf richtet das Erzbistum derzeit all sein Engagement aus.

Das Erzbistum steht ohne Wenn und Aber zu seiner Verantwortung gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Lehrerinnen und Lehrern. Alle werden auch zukünftig im Katholischen Schulsystem weiterbeschäftigt. Und: Das Erzbistum steht zu seiner Verantwortung, Bildung als elementare Aufgabe unserer Kirche hier im Norden zukunftsfähig zu gestalten. Bildung bleibt wesentlicher Bestandteil der Arbeit für die Menschen. Einen Rückzug aus der Trägerschaft der zukünftig mindestens 13 Schulen wird es nicht geben. Das Erzbistum Hamburg begrüßt ausdrücklich das große bürgerschaftliche Engagement und heißt alle willkommen, die bei dem Konzept zum Erhalt von mindestens 13 katholischen Schulen mithelfen möchten.