17.05.2018

Altonas Kinder haben Kunst „wirklich verstanden“

Altonas Kinder haben Kunst "wirklich verstanden"Im mit Malervlies abgedeckten Klassenraum der 4b herrscht konzentrierte Ruhe. Die Jungen und Mädchen sitzen auf dem Boden und schwingen ihre in Farbe eingetauchten Pinsel mit üppigen Bewegungen über eine riesige Leinwand.

„Kann ich ein bisschen Rot von Dir haben?“, fragt Felix seine Klassenkameradin Julienne, die gern großzügig teilt. Der grüne Drache des Zwölfjährigen bekommt einen gezielt gesetzten farbigen Kontrastpunkt.

Altonas Kinder haben Kunst "wirklich verstanden"Bei der Kunstaktion „Paintball Colour Explosion“ der Hamburger Deichtorhallen und des Kulturforum21 der Schulen im Erzbistum Hamburg geht es darum, dem dänischen Maler Asger Jorn nachzueifern, seine überaus farbsatten Werke genau zu studieren und einzelne Elemente in unterschiedliche Maltechniken auf die Leinwand zu bringen.

Nach „Wunder“, „Urban art“, „Picasso“ und „Bill Viola“ ist dies bereits das fünfte Großprojekt der beiden Kooperationspartner. Im Vorfeld der Ausstellung des dänischen Malers Asger Jorn, die am 21. Juni in den Deichtorhallen eröffnet wird, sind derzeit Hunderte Grund- und Stadtteilschüler der katholischen Schulen im Stadtgebiet kreativ. Gemeinsam mit zwei Kunstpädagogen erarbeiten sie sich – teilweise in jahrgangsübergreifenden Gruppen – auf 2 x 10-Meter-Leinwänden malerische Freiräume. Kinder und Jugendliche aus Altona, Billstedt, Barmbek, Langenhorn und Wilhelmsburg sind an dieser außergewöhnlichen stadtweiten Kreativaktion beteiligt.

Klassenlehrerin Franziska Zoubek und Referendarin Stefanie Conradi sind sichtlich stolz auf das, was ihre Schüler gelernt haben – und wie sie es umsetzen. „Es ist schön zu sehen, wie die Kinder zusammenarbeiten, wie sie sich ausprobieren, mit dem Pinsel umgehen und einzelne Elemente aus den Werken des Künstlers auf ihre ganz eigene Art und Weise interpretieren“, erklärt Zoubek. Gestern habe sie bei einer Unterhaltung zweier Viertklässler den Satz vernommen, Kunst müsse gar nicht schön sein. „Da spürte ich: Die Kinder haben Kunst wirklich verstanden“, resümiert die Pädagogin. Schließlich gehe es um das gemeinsame Tun und um die Inhalte, nicht um schön oder unschön.

Felix und seinen Klassenkameraden gefällt die zweitägige Aktion. „Ist zwar ganz schön anstrengend, aber macht richtig Spaß“, erklärt der Zehnjährige, der sogar auf seine Pause verzichtet, um das Bild zu vollenden. Seine Freunde nicken zustimmend und freuen sich auf das, was noch kommt. Denn die in den Workshops der beteiligten Schulen entstandenen Farbtafeln werden am Eröffnungstag der Ausstellung »Without Boundaries« im Außerbereich und im Ausstellungsgang der Deichtorhallen Hamburg einem großen Publikum gezeigt. Die Grundschüler der Katholischen Schule Altona werden dann mit von der Partie sein – als Besucher und Künstler.

Infos zur Ausstellung: www.deichtorhallen.de

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