20.02.2020

Abendmahl am Pferdemarkt: „Es soll moderner rüberkommen“

Abendmahl am Pferdemarkt: „Es soll moderner rüberkommen“

Jesus alias Jana zupft sich noch kurz die orangene Jacke zurecht und richtet den Blick auf die Jünger an der Tafel. Lieblingsjünger Johannes ordnet derweil die Brötchen im Korb auf dem Tisch.

Die Luft ist kalt in dem dunklen Garagengebäude am Altonaer Pferdemarkt. Doch die Siebtklässler des Harburger Niels-Stensen-Gymnasiums folgen den Weisungen des Fotografen André Lützen überaus konzentriert.

Denn schließlich geht es an diesem ungemütlichen Morgen nicht ums Frühstücken, sondern um kulturelle Bildung: Die Harburger Teenager sind Teil eines außergewöhnlichen stadtweiten Fotoprojektes des Kulturforum21 der katholischen Schulen und der Deichtorhallen Hamburg.

Abendmahl am Pferdemarkt: „Es soll moderner rüberkommen“

Unter dem Leitwort „Mittagstisch & Abendmahl“ interpretieren insgesamt mehr als 500 Schüler klassische christliche Motive gänzlich neu. „Früher hatten sie alle gleiche Kleidung an – das wollen wir verändern.

Es soll moderner rüberkommen“, verdeutlicht Leon Luca seine Vorstellungen von einem „Abendmahl reloaded“.

Abendmahl am Pferdemarkt: „Es soll moderner rüberkommen“

Gemeinsam mit Klassenlehrerin Sabine Großmann haben sich die Siebtklässler in den vergangenen Wochen intensiv auf das Projekt vorbereitet, in der Bibel gelesen und Bilder Leonardo da Vincis sowie weiterer Künstler betrachtet.

„In jeder Zeit gab es ganz verschiedene Darstellungen des Abendmahls“, betont Cecile, „Jesus wurde dabei oft sehr hell dargestellt und mit Heiligenschein, um zu verdeutlichen, dass er die entscheidende Person ist.“

Abendmahl am Pferdemarkt: „Es soll moderner rüberkommen“

Genau das wollen die jungen Harburger bei ihrem eigenen Shooting ein wenig verändern und Gottes Sohn als selbstverständlichen Teil einer alltäglichen Tischgemeinschaft platzieren. Fotograf André Lützen sorgt derweil für eine optimale szenische Beleuchtung und hält die Gruppe im Bild fest. Denn schließlich sollen die zeitgemäßen Interpretationen der Schüler einer breiteren Öffentlichkeit in den Deichtorhallen Hamburg sowie an weiteren prominenten Orten in der Hansestadt gezeigt werden.

„So, und jetzt noch einmal hierher schauen. Und nicht lachen“, bittet Lützen die Schüler. Doch die beißen gerade in ihre herzhaft belegten Brötchen. Zeit für eine Frühstückspause mit Jesus.

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